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Abendprogramm

Seit 2013 sorgen gute Filme, ein interessiertes Publikum und fachlich versierte ReferentInnen für neue Einblicke und spannende Diskussionen.

Albrecht W. Hoffmann

Veranstaltungsort: WOKI, Bertha-von-Suttner-Platz 1-7, 53111 Bonn

Prolog: Eröffnungsfilm 2019 -- The Power of Women, 20. Sept.

Prolog: Eröffnungsfilm 2019

The Power of Women – Die Kraft der Frauen

Deutschland, Großbritannien 2016, 90 Minuten, Dokumentarfilm von Harriet Shawcross und James Rogan
Freitag, 20. September, 19:30 Uhr

Gleichberechtigung ist noch lange keine Selbstverständlichkeit, weder hierzulande noch in anderen Industrienationen oder in Ländern des globalen Südens. In keinem Industrie- und Schwellenland ist die ökonomische Gleichstellung der Frau erreicht. Und in keinem europäischen Land ist der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern größer als in Deutschland. "Die Förderung der Teilhabe und Handlungsfähigkeit von Frauen muss in allen G20-Ländern als Querschnittsaufgabe verankert werden. Nur so können Geschlechterstereotype und -diskriminierung endlich überwunden werden", sagte Monika Küppers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, 2017.
Die Ungerechtigkeit hat viele Gesichter, der Kampf für Gleichberechtigung allerdings auch: Inspirierende Frauen gehen neue Wege – ob in Indien, im Niger oder in Chile – und fordern religiöse Institutionen heraus. Sie brechen mit Rollenerwartungen und erheben sich gegen sexualisierte Unterdrückung und Männerdominanz. Immer mehr von ihnen forcieren den gesellschaftlichen Wandel und nehmen Einfluss auf die Politik.
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Im Anschluss findet ein kleiner Empfang im Foyer des WOKI statt.

Hinweis:
Wenn nicht anders angegeben, werden die hier aufgeführten Filme in deutscher Sprache, in einer deutschen synchronisierten Fassung und / oder mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen -- Dark Eden + Gegen den Strom, 21./22. Sep.

Gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen

Dark Eden – Der Albtraum vom Erdöl

Deutschland 2018, 80 Minuten, Dokumentarfilm von Jasmin Herold und Michael Beamish
Samstag, 21. September, 19:30 Uhr

Der Abbau von Ölsand nahe dem kanadischen Fort McMurray, eines der letzten und größten Ölvorkommen in der Welt, ist das größte Umweltverbrechen unserer Zeit. Er bringt der Stadt mit ihren 100.000 EinwohnerInnen nicht nur Wohlstand, den alle nach der schlimmsten Wirtschaftskrise des Landes herbeisehnen. Der Abbau des leichten Erdöls im Tagebau zerstört großflächig unberührte Natur und ganze Ökosysteme auf einer Fläche von knapp 150.000 Quadratkilometern, also auf einer Fläche so groß wie England. Er verursacht dreimal so viel CO2 wie bei einer konventionellen Ölförderung und sorgt für auffällig viele krebserkrankte Kinder und Erwachsene. Die RegisseurInnen zeigen, welche Auswirkungen die Gier nach einem der wichtigsten Energieträger weltweit auf Mensch und Natur hat, und lassen ausschließlich betroffene Menschen zu Wort kommen. Diese reden offen und fast beiläufig über ihre Lebens- und Alltagssituation in der Nähe der Ölfelder, die für sie Segen und Fluch zugleich sind. Die RegisseurInnen werten die Aussagen ihrer Interviewpartner nicht – und teilen auf schreckliche Weise deren Schicksal.
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Im Anschluss diskutieren:
Luca Samlidis, FridaysForFuture, Bonn
Dr. Gesa Maschkowski, Bonn im Wandel, Bonn
Moderation: Albrecht W. Hoffmann, Koordination Bonner Filmfair, Bonn

Gegen den Strom

Island, Frankreich, Ukraine 2018, 101 Minuten, Spielfilm von Benedikt Erlingsson
Sonntag, 22. September, 19:30 Uhr

Ökothriller, Abenteuerfilm und Komödie. All das bietet dieser Spielfilm, der die Geschichte einer Umweltaktivistin im Kampf gegen die Zerstörung der isländischen Natur durch Wirtschaft und Politik erzählt. Tagsüber rechtschaffend, liebenswürdig und einen Laienchor leitend streift sie, die knapp 50jährige Halla, nachts als Kämpferin durch das Land, legt mit Pfeil und Bogen Stromleitungen lahm, zerstört Drohnen und wird von der Polizei gejagt. Diese versucht sie mit allen Mitteln festzusetzen. Denn ihre Sabotageakte schaden vor allem dem heimischen Aluminiumkonzern, dessen Verhandlungen mit einem ausländischen Investor der Umweltaktivistin ein Dorn im Auge sind. – Mit Witz, Spannung und atemberaubenden Landschaftsbildern behandelt der Film Fragen des Umweltschutzes, des Überwachungsstaates und der Klimakatastrophe und verbeugt sich vor der “Bergfrau”.
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Vom Verlust der Menschlichkeit -- Freightened / Seeblind + Eine gefangene Frau, 23./24. Sep.

Vom Verlust der Menschlichkeit

Freightened / Seeblind – Der wahre Preis der Frachtschifffahrt

Frankreich, Spanien 2016, 90 Minuten, Dokumentarfilm von Denis Delestrac
Montag, 23. September, 19:30 Uhr

90 Prozent der Güter stammen aus nahen und fernen Regionen und Produktionsstätten der Welt. Sie werden hauptsächlich in Containern transportiert. 18 Millionen sind es, die so jährlich auf den Schiffsrouten und mittels Güterzügen durch Ozeane, auf Flüssen und über Land gebracht werden – Olivenöl, Bürostühle, Flachbildschirme oder gelbe Spielzeugenten. Ohne die Frachtschifffahrt wäre der wachsenden Nachfrage nach Konsum- und Produktionsmitteln, nach Drogen und illegalen Waffen nicht beizukommen. Sie ist ein zentraler Akteur in der globalen Ökonomie, der die Weltmeere durchpflügt, die Umwelt verschmutzt und zu sklavenänlichen Bedingungen auf und unter Deck arbeiten lässt. Die Frachtschifffahrt liegt in wenigen Händen, ist weitestgehend unsichtbar und hat dennoch bedeutenden Einfluss auf Weltwirtschaft und Politik. – Der Film vermittelt dank seiner enthüllenden Recherche Einblicke in das milliardenschwere Transportgeschäft und lässt Akeure zu Wort kommen.
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Im Anschluss diskutieren:
Klaus Meyer, Fair übers Meer!, Bremen
Dr. Manfred Treber, Klima- und Verkehrsreferent Germanwatch, Bonn
Moderation: Sophia Merrem, Forum Soziale Innovation, Solingen

Eine gefangene Frau

Ungarn 2017, 92 Minuten, Dokumentarfilm von Bernadett Tuza-Ritter
Dienstag, 24. September, 19:30 Uhr

Klein, runzelig und 52 Jahre alt, so geht Marisch demütig ihren Aufgaben im Haushalt von Eta nach. Die Kamera der ungarischen Filmemacherin Bernadett Tuza-Ritter ist dicht bei ihr – ohne Kommentar, mit Stimmen und Silhouetten im Hintergrund. Unerwartet ist die Filmemacherin auf Marisch gestoßen, begleitet sie zwei Jahre lang und zahlt der Hausherrin dafür Geld. Marisch erhält keinen Lohn und wird immer wieder körperlich und seelisch von ihrer Hausherrin drangsaliert, die ihr auch ihre Ausweispapiere weggenommen hat. Seit zehn Jahren ist sie deren Sklavin. Ihre jüngste Tochter ist diesem Elend entflohen und lebt in einem Kinderheim. Ein Bett hat Marisch nicht, und das Haus darf sie nur verlassen, um jeden Tag für 12 Stunden in einer Fabrik zu arbeiten. Ihren Lohn behält die Hausherrin ein. Die Filmemacherin dokumentiert das Leben dieser Frau und wird zu ihrer Vertrauten. Dadurch schöpft Marisch Kraft und denkt an einen Ausbruch. – Eine einfühlsame, eindringliche Darstellung moderner Sklaverei, die dem Menschen nahe ist.
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Selbstbestimmt, gleichberechtigt und individuell -- #Female Pleasure + Hidden Figures, 25./26. Sept.

Selbstbestimmt, gleichberechtigt und individuell

#Female Pleasure

Schweiz, Deutschland 2018, 101 Minuten, Dokumentarfilm von Barbara Miller
Mittwoch, 25. September, 19:30 Uhr

Mutige und starke Frauen aus den fünf Weltreligionen kommen hier zu Wort und zeigen ihren riskanten, aber erfolgreichen Kampf für eine selbstbestimmte weibliche Sexualität und einen gleichberechtigten Umgang über die Grenzen religiöser Normen und gesellschaftlicher Diskriminierungen hinweg. Sie reden über Sex und weibliche Lust, "denn wenn man keine Worte dafür hat, hat man auch keine Worte, um über Gewalt gegen Frauen und Vergewaltigung zu reden", so die Inderin Vithika Yadav, die die Aufklärungsseite "Love Matters" betreibt. Auch die Schweizer Regisseurin Barbara Miller betont: Wir sind noch nicht an dem Punkt, "dass weibliche Lust als etwas normales und als wichtiges Ziel auch beim sexuellen Umgang angeschaut wird". Für sie wie auch für die fünf Protagonistinnen ist noch ein weiter Weg zu gehen. Dennoch gelingt es ihnen, mit viel Lebenskraft und Mut Strukturen zu verändern und gerade in Zeiten von #MeToo sehr zum Nachdenken über die alltägliche Diskriminierung von Frauen in aller Welt anzuregen.
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Im Anschluss diskutieren:
Gertrud Falk, Referentin Gender bei FIAN Deutschland, Köln
Sanvila Heid, 2. Vorsitzende Internationales Frauenzentrum, Bonn
Moderation: Katharina Edinger, FEMNET, Bonn

Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen

USA 2016, 127 Minuten, Spielfilm von Theodore Melfi
Donnerstag, 26. September, 19:30 Uhr

Die unglaubliche, aber wahre Geschichte der drei talentierten Mathematikerinnen Katherine Johnson, Dorothy Vaughn und Mary Jackson blieb lange im Verborgenen. Als Afroamerikanerinnen haben sie in den 50er und zu Beginn der sechziger Jahre mit Rassen- und Geschlechterdiskriminierung auch als Angestellte der NASA täglich zu kämpfen. Ihre Leistungen – mit Papier und Bleistift durchgeführte und für die Raumfahrt grundlegende exzellente Rechenarbeiten – werden von den Kollegen stets belächelt. Ihr brillantes Wissen und ihre Durchsetzungskraft sind aber schließlich der Schlüssel für das Gelingen der ersten Erdumrundung des US-Astronauten John Glenn, der der USA half, im "space race" gegen die Sowjetunion aufzuholen. – Der Film ist der gelungene Spiegel einer Gesellschaft, in der Rassismus und Diskriminierung bis heute tagesaktuell sind. Und Katherine Johnson wurde für ihre Leistungen mit der "Presidential Medal of Freedom" ausgezeichnet. Allerdings erst unter Präsident Obama.
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Mut und Taten, die die Welt verändern -- Das Kongo-Tribunal + Fair Travers, 27./28. Sept.

Mut und Taten, die die Welt verändern

Das Kongo-Tribunal

Deutschland, Schweiz 2017, 100 Minuten, Dokumentarfilm von Milo Rau
Freitag 27. September, 19:30 Uhr

Im Kongo haben in mehr als 20 Jahren kriegerische Auseinandersetzungen, Korruption und Misswirtschaft über sechs Millionen Tote gefordert. Die Bevölkerung leidet bis heute unter dieser Situation, und die begangenen Verbrechen sind nach wie vor juristisch nicht verfolgt worden. Der Regisseur Milo Rau ist 2017 der erste, der Menschen in einem beeindruckenden fiktiven Prozess im Kongo vor die Filmkamera und auf die Bühne in Berlin bringt, damit sie über die erschütternde Situation in ihrem Landes sprechen können. “Zum ersten Mal in der Geschichte wird hier die Frage nach der Verantwortung für Verbrechen gestellt", schreibt die taz dazu. Für viele hat die internationale Staatengemeinschaft im Kongo versagt. Sie sehen in der langjährigen Misere eine der entscheidenden Verteilungsschlachten im Zeitalter der Globalisierung, denn der Kongo ist überaus reich an Rohstoffen und besitzt die wichtigsten Vorkommen vieler High-Tech-Rohstoffe wie Gold, Kobalt, Tantal oder Coltan. Laut der UN könnte die Demokratische Republik Kongo das reichste Land Afrikas sein. Dazu fehle aber eine funktionsfähige und organisierte Regierung, die frei von Korruption und ausbeuterischen Interessen ist. – Der europäische Wohlstand profitiert davon. – Hinweis: Lange Passagen des Films sind in französischer Sprache mit deutschen Untertiteln.
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Im Anschluss diskutieren:
Sebastian Lemke, Creative Producer, Fruitmarket Arts & Media GmbH, Köln, die den Film produziert haben
Moderation: Albrecht W. Hoffmann, Koordination Bonner Filmfair, Bonn

Fair Traders

Schweiz 2018, 89 Minuten, Dokumentarfilm von Nino Jacusso
Samstag, 28. September, 19:30 Uhr

Statt Ausbeutung und der Jagd nach steigenden Gewinnen setzen Menschen auf Bio, soziales Engagement und faires Wirtschaften. Der Film begleitet drei von ihnen aus der Schweiz und Bayern auf ihren Wegen, sich beruflich neu zu orientieren und ihre Ideen umzusetzen. Die UnternehmerInnen Sina Trinkwalder, Patrick Hohmann und Claudia Zimmermann haben sich bewusst dafür entschieden, ihre gesicherten Berufswelten für engagierte und nachhaltige Tätigkeiten aufzugeben: Patrick Hohmann baut in Tansania Biobaumwolle zu fairen Preisen und festen Abnahmeverträgen an, Sina Trinkwalder verarbeitet diese Baumwolle und beschäftigt unvermittelbare Arbeitslose in ihrer Augsburger Näherei und Claudia Zimmermann betreibt neben Schweinezucht und Gemüseanbau einen Bioladen. Ihren LieferantInnen zahlt sie freiwillig mehr als den Marktpreis. – Nicht nur ihre Erfolgsgeschichten zeigt dieser Film, sondern auch die herausfordernden Momente, vor denen sie immer wieder stehen. Diese sind nicht ohne Spannung und Widersprüche und manches Mal durchsetzt von Frust und Selbstzweifel.
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Im Anschluss diskutieren:
Monika Rönn, Obsthof Rönn, Meckenheim
Dorle Gothe, Vorstand Regionalwert AG Rheinland, Köln
Moderation: Theo Nürnberg, ehem. Vorstandsvorsitzender Oikocredit Westdeutscher Förderkreis, Bonn
Epilog: Abschlussfilm 2019 -- Taking Root, 29. Sept.

Epilog: Abschlussfilm 2019

Taking Root – Die Vision von Wangari Maathai

Kenia, USA 2008, 80 Minuten, Dokumentarfilm von Lisa Merton und Alan Dater
Sonntag, 29. September, 19:30 Uhr

„Es sind die Menschen, die unsere Umwelt schützen müssen. Es sind die Menschen, die unsere Politiker zum Umdenken bewegen müssen. Für das, was wir glauben, müssen wir kämpfen!“ forderte Wangari Maathai, die erste afrikanische Friedensnobelpreisträgerin aus Kenia. Sie ermutigte andere Frauen, Umwelt- und Menschenrechtsschützerinnen mit ihr gemeinsam Bäume zu pflanzen und gegen die Entwaldung, gegen Armut und Korruption in der Regierung vorzugehen. Ihre Green-Belt-Bewegung wurde so stark, dass es gelang, politisch Einfluss zu nehmen, und dabei mithalf, Kenias 24-jähirge Diktatur zu beenden. – Der Film wurde in enger Zusammenarbeit mit Wangari Maathai in den letzten Jahren ihres Lebens produziert. In 12 Sprachen übersetzt steht er nun kostenlos allen denjenigen zur Verfügung, die Menschen und Gemeinden ermutigen und dabei unterstützen wollen, gegen Entwaldung und weiteren damit verbundenen Themen vorzugehen.
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Im Anschluss findet ein kleiner Empfang im Foyer des WOKI statt.

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